Forschungsbereich Suchterkrankungen

Die Arbeitsgruppe verfügt neben verschiedenen diagnostisch apparativen Methoden über spezialisierte ambulante und stationäre Behandlungseinrichtungen an den beiden Standorten Charité Campus Mitte und in der akademisch zugehörigen Psychiatrischen Universitätsklinik der Charité im St. Hedwig-Krankenhaus. Zu den primären Aufgaben gehört es die neurobiologischen Grundlagen von Abhängigkeitserkrankungen zu untersuchen und die bestehenden diagnostischen und therapeutischen Standards unter kontinuierlicher Evaluation weiterzuentwickeln.

Angesichts der extrem hohen Rückfallraten bei Abhängigkranken (bei Alkoholabhängigen ca. 80%) sind dringend neue Behandlungsverfahren notwendig. Dazu zählt die Verstärkung des ambulanten Angebotes für diese Patienten im Rahmen der bestehenden Suchtambulanzen der Klinik und die Einrichtung spezialisierter stationärer Behandlungseinheiten zur Identifikation von Patienten mit hohem Rückfallrisiko und ihre gezielte Behandlung (z.B. mit Verhaltens/Motivations/Expositionstherapie und rückfallreduzierenden Medikamenten). 

Mit Hilfe der funktionellen Magnet-Resonanz-Tomographie (fMRT) untersuchen wir „online“ das Suchtgedächtnis. Mit dieser Methode können ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen Bilder vom Gehirn aufgenommen und damit die Reaktionen des Gehirns auf z.B. ein alkoholisches Getränk sichtbar gemacht werden. Dadurch können wir Veränderungen im emotionalen und motivationalen Erleben analysieren. Durch Positronen-Emissions-Tomographie (PET) können wir die suchtspezifischen neuro-chemischen Auffälligkeiten in den Transmittersystemen erfassen. Weiterhin stehen die genetischen Grundlagen im Forschungsinteresse. Wissenschaftlich wurden die Projekte von A. Heinz bisher von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF: Nationales Genomnetzwerk und Suchtförderung) gefördert.

 

Leitung

Prof. Dr. med. A. Heinz
Dr. med. C. Müller